... zur Trauung

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© Sabine Preuschoff 2010

Die Trauung ist ein Gottesdienst anlässlich der Eheschließung, in dem die eheliche Gemeinschaft unter Gottes Segen gestellt wird. In der Trauung bringen die Eheleute zum Ausdruck, dass sie einander aus der Hand Gottes in Liebe annehmen und ihr gemeinsames Leben verantwortlich gestalten wollen.
Zur kirchlichen Trauung gehört neben einem Trauspruch, den das Brautpaar selbst aussucht, auch das Trauversprechen, mit dem sie bekennen, dass sie ihren Weg gemeinsam gehen wollen. Nach diesem Versprechen erhält das Paar den Segen Gottes für diesen gemeinsamen Weg. Der Trauung in der evangelischen Kirche geht (nach wie vor!) immer die standesamtliche Trauung voraus.

 

Voraussetzungen

- Beide Ehepartner wünschen eine kirchliche Trauung.
- Mindestens einer der Ehepartner gehört der evangelischen Kirche an.
- Es bestehen keine gravierenden seelsorgerlichen Bedenken gegen das Zustandekommen der Ehe und den Umgang der Ehepartner miteinander.
- Die standesamtliche Eheschließung des Paares ist in Deutschland vor der Trauung nachweislich vollzogen.


Der Weg zur kirchlichen Trauung

- Erkundigen Sie sich im Pfarramt nach Ihrem Wunschtermin. Sobald Sie eine Terminzusage haben, können Sie im Pfarrbüro die Trauung anmelden.
- Ganz wichtig: Wenden Sie sich für alle Fragen zum Gottesdienst, die in der Zeit nach der Anmeldung anfallen, vertrauensvoll an das Pfarramt. Bitte keine Programmpunkte ohne Rücksprache buchen!
- In der Regel besucht Sie der Pastor/die Pastorin innerhalb des Vierteljahres vor der Trauung zum Traugespräch. Im Traugespräch geht es einerseits um das Paar selbst, andererseits um die Abklärung der Gestaltung des Gottesdienstes (Auswahl eines Trauspruches, der Lieder und Musik, der Blumen in der Kirche etc.).
- Oft erhält das Brautpaar vor oder nach dem Traugespräch vom Pastor/von der Pastorin ergänzend Materialien zum Gespräch über Traufragen und Vorschläge für Lieder im Gottesdienst.

Häufig gestellte Fragen zum Bereich kirchliche Trauung

Ist es möglich, die Kirche besonders zu schmücken, und kostet das etwas?

Besonderer Blumenschmuck ist natürlich möglich. Traditionell werden die Gestecke auf dem Altar von den Brautpaaren bestellt und bezahlt und hinterher für den folgenden Sonntagsgottesdienst gespendet. So unterstützt das Brautpaar die Gemeinde. 
Auch weiterer Blumenschmuck ist möglich. Sprechen Sie bitte mit dem Pfarramt über die Details, bevor Sie beim Gärtner bestellen oder anfangen, herzustellen.
Für weitere Details gibt es eine Ordnung, die Sie bei der Anmeldung im Pfarrbüro erhalten.

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?

Es ist grundsätzlich erlaubt, dass eine Person während des Gottesdienstes dezent fotografiert. Sprechen Sie sich aber bitte mit dem Pfarramt hierzu ab. Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit, noch zusätzlich Bilder zu machen.

Kann uns ein uns bekannter Pfarrer trauen, der nicht in unserer Gemeinde arbeitet?

Ja. Sprechen Sie das mit Ihrem örtlichen Pfarramt ab.

Was kostet die Trauung?

Normalerweise nichts! Sollten Sie aber nicht in Ihrer heimischen Kirche heiraten, entstehen zusätzliche Kosten. Fragen Sie in diesem Fall im Pfarrbüro nach den örtlichen Regeln.

Dürfen wir selbst bestimmen, wofür die Kollekte bei unserer Trauung verwendet wird?

In der Regel unterstützt das Brautpaar mit der Kollektenwahl einen Bereich der Kirchengemeinde, zu der sie gehören. Dabei können sie aus verschiedenen Bereichen wählen.

Wir sind beide nicht in der Kirche. Können wir uns kirchlich trauen lassen?

Nein, das ist nicht möglich.

Können wir Tag und Uhrzeit der kirchlichen Trauung wählen?

Im Allgemeinen schon. Es ist natürlich nur möglich, wenn zu Ihrem Wunschtermin ein Pastor/eine Pastorin Zeit hat. In der stillen Woche vor Ostern (Karwoche) und an einigen Festtagen sind keine Trauungen möglich.

Gibt es eine ökumenische Trauung?

Wenn ein Partner evangelisch, der/die andere katholisch ist, kann eine Trauung mit Beteiligung eines evangelischen Pfarrers oder einer Pfarrerin und eines katholischen Pfarrers gefeiert werden. Eine solche Trauung wird „ökumenisch“ genannt. Kirchenrechtlich ist es etwas komplizierter. Findet der Gottesdienst in einer evangelischen Kirche statt, läuft er nach der evangelischen Ordnung ab mit Beteiligung des katholischen Pfarrers. In einer katholischen Kirche ist es umgekehrt.

Kann ich selbst bestimmen, was uns der Pastor/die Pastorin bei der Trauung fragt?

Beim Traugespräch schlägt der Pastor/die Pastorin dem Brautpaar mehrere Formen der Traufrage oder des Trauversprechens vor. Zwischen diesen kann gewählt werden. Dabei unterscheidet sich neben der Form auch der Klang. Alle Versprechen haben aber gemeinsam, dass sie vor Gott gesprochen werden und Gottes Segen, Treue und lebenslange Dauer in den Fragen enthalten ist.

Kann ich nochmal kirchlich heiraten, wenn ich schon einmal geschieden bin?

Ja. Auch wenn die Ehe staatlich und kirchlich lebenslang gedacht ist, gehört Scheitern zum Leben hinzu. Wichtig ist, dass der neue Anfang auch im Sinne der Traufragen gemeint ist.

Wie steht es mit Blumenstreuen und Reiswerfen?

Vor der Kirche können gern Blumen gestreut werden. In der Kirche bitten wir, darauf zu verzichten.
Das Werfen von Reis ist in den meisten Kirchen (und auch bei uns) nicht erwünscht. Wir sind mit verschiedenen Partnerkirchen in Übersee verbunden, für die Reis - anders als für uns - ein lebenswichtiges Lebensmittel ist. Dies wollen wir auch bei uns (schon von Erntedank her) achten.

Welche Formen des Einzugs in die Kirche gibt es?

Es gibt grundsätzlich zwei Formen. Entweder die Traugemeinde ist schon in der Kirche - dies ist die einfachere und häufigere Form - und das Brautpaar zieht in die gefüllte Kirche ein. Oder die Gäste warten draußen vor der Kirche, weil es ein Spalier geben soll.
Beim Einzug selbst zieht üblicherweise das Brautpaar mit dem Pastor/der Pastorin ein. Die alte Form, bei der die Braut durch den Brautvater in die Kirche geführt wird, ist eigentlich abgeschafft, weil der alte Bedeutungshintergrund (Besitzübergabe der Frau an den Bräutigam) mit dem evangelischen Bild von Gleichberechtigung nicht vereinbar ist. In Ausnahmefällen kann jedoch trotzdem diese alte Form gewählt werden - meistens, wenn der Brautvater besonders geehrt werden soll.

Welche Bedeutung haben die Trauzeugen?

Trauzeugen haben in der evangelischen Trauung eigentlich keine traditionelle Bedeutung. Es kann aber praktisch sein, wenn z.B. vorn jemand mit sitzt, der den Brautstrauß beim Trauversprechen hält, oder manches andere noch organisiert. Trauzeugen können auch an der Gestaltung mitwirken. Manche Brautpaare wählen sie auch bewusst als Begleiter ihrer Ehe. Trauzeugen, die vorn am Altar mit sitzen und mitwirken, sollten wie Taufpaten Mitglied einer christlichen Kirche sein.

Wie sieht es mit Liedern und musikalischen Beiträgen im Gottesdienst aus?

Über die Gestaltung des Gottesdienstes entscheidet das Pfarramt. Gemeinsam mit dem Brautpaar sucht der Pastor/die Pastorin die Lieder aus, macht Vorschläge und versucht, alle Wünsche in den Gottesdienst einzubringen. Die Lieder werden in der Regel von der Orgel begleitet.
Besteht der Wunsch, zusätzliche musikalische Beiträge durch Gäste in den Gottesdienst einzubringen, ist es unbedingt angesagt, vor der Buchung/Einladung dies mit dem Pfarramt abzustimmen. Für den Gottesdienst ist es weniger der Stil (von Klassik bis Pop ist hier vieles möglich) als vielmehr am Inhalt, an dem sich entscheidet, ob ein Stück im Gottesdienst Platz finden kann. Für Gäste (Chöre z.B.) ist außerdem zu bedenken, dass der Platz im Chorraum der Alten Kapelle sehr beschränkt ist.

Gibt es noch andere Mitwirkungsmöglichkeiten für den Gottesdienst?

Klassische Mitwirkungsmöglichkeiten sind neben der Musik (s. oben) z.B. Lesungen oder Gebete, die gern von Trauzeugen, Freunden oder Geschwistern übernommen werden. Sprechen Sie dies mit dem Pfarramt ab. Es bereichert den Gottesdienst.

Ist auch eine Trauung mit Taufe (Traufe) möglich?

Es gibt durchaus Kombinationsmöglichkeiten von Trauung und Taufe. Sprechen Sie mit dem Pfarramt. 

Text: Pastor Stefan Thäsler, Wathlingen; bearbeitet von Pastorin Sabine Preuschoff, Laatzen

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